Köppens Tastengeflüster begleitet Sie durch die faszinierende Welt der Klaviermusik – mit Einblicken hinter die Kulissen und Porträts herausragender Künstlerinnen und Künstler. Ob Klassikliebhaber, neugieriger Neuling oder passionierter Pianist – hier finden Sie Inspiration, Geschichten und Stimmen rund um das Festival.
Tauchen Sie ein in die Magie der Tasten – wir freuen uns auf Sie in Böblingen!
Im Januar 2026 - Evgenia Rubinova wird Professorin am Leopold-Mozart-Institut in Augsburg
Evgenia Rubinova hat neben ihrer Konzerttätigkeiten eine Professur für Klavier am Leopold Mozart College of Music an der Universität Augsburg angenommen. Wir gratulieren herzlich und freuen uns, dass sie ihre Kunst auch weiter an die junge Generation weitergibt. Zuvor hatte sie Meisterkurse auch schon in Böblingen gegeben. Als sie zum ersten Mal 2008 beim Böblinger Festival gastierte, war das Konzert wie die folgenden ausverkauft. Seitdem zählt Evgenia Rubinova zu den regelmäßigen Gästen und wird bei jedem ihrer Auftritte begeistert gefeiert. Hervorgehoben seien einige Highlights, etwa die grandiose Interpretation von Beethovens extrem anspruchsvoller Hammerklaviersonate, den „Totentanz“ von Franz Liszt in der Fassung für Solo-Klavier oder die poetisch vielfältig schillernden 18 Klavierstücke Opus 72 von Peter Tschaikowsky, die sie auch auf CD aufnahm. Wolfram Goertz schrieb in der Rheinischen Post: „Diesen Zyklus setzen kaum Pianisten aufs Programm. Allerdings gibt es nun endlich eine Referenzaufnahme. Und was soll man sagen: Die Platte ist ein Gedicht. Makellos in der Brillanz, liebevoll in den Details, mit großem Atem, reifer Noblesse.“ Evgenia Rubinova wurde in Taschkent/Usbekistan geboren. Beim renommierten Klavierwettbewerb in Leeds, zu dessen Preisträgern zuvor auch Andras Schiff, Lars Vogt und Mitsuko Uchida zählten, wurde die Pianistin Evgenia Rubinova 2003 mit der Silbermedaille ausgezeichnet. Evgenia Rubinova musizierte mit zahlreichen renommierten Orchestern, darunter dem London Philharmonic Orchestra, dem Hallé Orchestra, dem Ensemble Orchestral de Paris, dem Wiener Kammerorchester, dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart und dem Gürzenich-Orchester Köln. Sie arbeitete mit Dirigenten wie Vladimir Jurowski, Mark Elder, Paolo Carignani, Karen Kamensek, Marcus Bosch und Michael Sanderling sowie mit Kammermusikpartnern wie Albrecht Mayer, Annelien van Wauwe, Sophie Dervaux und Maximilian Hornung. Auftritte führten sie bereits in die Wigmore Hall, die Queen Elisabeth Hall und die Royal Albert Hall in London, in die Berliner Philharmonie, die Elbphilharmonie und die Laeiszhalle Hamburg, die Liederhalle Stuttgart, die Kölner Philharmonie, auf das Schleswig-Holstein Musik Festival ferner nach Peking, New York, Washington, Chicago, Tokio, Paris und Zürich. Ihre CDs, die bei EMI, CAVi und Telos (u.a. Beethovens Hammerklaviersonate) erschienen, erhielten international beste Kritiken. Ihre 2024 bei genuin veröffentlichte CD „Tschaikowsky‘s Testament“ wurde von der Presse als neue Referenzaufnahme der 18 Klavierstücke op. 72 gefeiert.
Im Dezember 2025 - Robert Neumann gewinnt Internationalen Deutschen Klavierpreises 2025
„Mit einer wahrhaft bemerkenswerten künstlerischen Reife und inneren Freiheit triumphierte Robert Neumann im Großen Saal des Casals-Forums und gewann den mit 20.000 Euro dotierten 14. Internationalen Deutschen Klavierpreis“, so Maryam Maleki, Präsidentin des International-Piano-Forum Frankfurt. Seine Interpretation von Liszts A-Dur-Klavierkonzert im Rahmen des Grand-Prix-Konzerts verband brillante Virtuosität mit tiefem musikalischem Verständnis und einer Ausdruckskraft, die den Saal vom ersten Ton an erfüllte. Das Publikum – sowohl im Saal als auch bei den Online-Live-Zuschauern – war von seiner Interpretation tief bewegt und verlieh ihm zusätzlich den mit 3000 Euro dotierten Schott Music Publikumspreis.
Festivalleiter Dr. Ulrich Köppen: „Das A-Dur-Konzert von Liszt zählt zu den schönsten Werken der Romantik mit rhythmisch-stilistischen Annäherungen an die klassische Moderne. Neumann kommt meiner Lieblingsinterpretation meines Freundes Lev Vlassenko, dem 1997 verstorbenen Moskauer Klavierchef, sehr nahe.“
Die hochkarätige siebenköpfige Jury – Dr. Lukas Beck, Jury Gilbo, Prof. Bernd Goetzke, Magdalene Ho, Prof. Wolfgang Manz, Prof. Schmitt-Leonardy und Haiou Zhang – stand vor der anspruchsvollen Aufgabe, aus sechs herausragenden Nominierten die beiden Künstler auszuwählen, die nach ihren 45-minütigen Solo-Recitals am Vormittag und ihrem Orchesterkonzert am Abend das Finale gestalten sollten.
Im Finale stand neben ihm Roman Fediurko, der mit einer beeindruckenden Interpretation von Griegs Klavierkonzert in a-Moll begeisterte. Robert Neumann und Roman Fediurko verkörpern gemeinsam eine neue Generation von Pianisten, die technische Meisterschaft mit künstlerischer Individualität verbinden – und der Klaviermusik eine ebenso kraftvolle wie vielversprechende Zukunft eröffnen.
Im November 2025 - Eugène Murskys neue CD spiegelt sein Festivalprogramm wider
Das letzte Konzert des 2025-er Festivals bestritt Eugène Mursky, ein guter Bekannter in Böblingen. Und das hatte es in sich. „Jubelstürme wie bei einem Rockkonzert“ titelte die Kreiszeitung Böblinger Bote und schrieb „Mit einem virtuosen Höllenritt setzt der gebürtige Usbeke Eugène Mursky beim Internationalen Pianistenfestival in der Böblinger Kongresshalle einen eindrucksvollen Schlussakkord.“
Und die Sindelfinger/Böblinger Zeitung kommentierte: „Von wuselnden Silberläufen bis zu Doppeloktavsalven wie von einer Klavierartillerie-Batterie, trotz auch einiger Freiheiten und gelegentlich intimen Lichtungen, Eugène Mursky zeigt hier Tastenakrobatik aus dem Klavierzirkus. Nach diesem Spektakel springt ein Teil des Publikums sofort applaudierend aus den Sitzen.“
"Quasi una fantasia" nennt sich die neueste CD-Produktion des Pianisten. Der in Moskau wie in Deutschland ausgebildete Pianist hat CD-Geschichte geschrieben, als er das gesamte Soloklavierwerk von Frédéric Chopin bei dem Label Telos aufgenommen hat, ein CD-Verlag, der damals in Neuhausen in der Nähe von Stuttgart residierte.
Auch diese neueste CD hat ihre Wurzeln in Baden-Württemberg. Aufgenommen wurde sie im Konzertsaal der Musikhochschule Trossingen. Tonmeister war Oliver Curdt, Professor an der Hochschule der Medien in Stuttgart. Curdt hat auch die CD-Produktion aller 32 Beethoven-Sonaten im Rahmen des Pianistenfestivals Böblingen betreut, an der Mursky ebenfalls mitgewirkt hat.
Diese neue CD enthält Beethovens Mondscheinsonate (Quasi una fantasia), Mozarts Fantasie c-Moll KV 475, Chopins Fantasie f-Moll op. 49, Schuberts Wanderer-Fantasie und Franz Liszts Réminiscences de Don Juan (nach Mozarts Don Giovanni).
Liszt nannte seine Komposition eher zufälligerweise nicht Fantasie, aber er sah sich selbst als Schöpfer dieses Genres der Klaviermusik an: „Das Wort Transcription ward von mir zum 1sten Mal gebraucht, desgleichen Réminiscences, Paraphrase, Illustration, Partition du Piano“. Der Liszt-Schüler Alexander Serow bezeichnete sie als „die Quintessenz des Charakters der ganzen Oper“.
Die musikalische Fantasie gibt es seit rund 500 Jahren, doch allein schon diese Zusammenstellung mit Werken, die zwischen 1785 und 1841 entstanden, ermöglicht für den Zuhörer die spannende Möglichkeit, sich mit der Individualität der Komponisten zu beschäftigen.
Murskys Spiel verhilft den unterschiedlichen Emotionen der Fantasien zu intensiver Wirkung. Seine Technik ist makellos, so dass kein Detail im Klangnebel verschwindet. Er artikuliert leuchtende Kaskadenläufe wie auch vital stampfende Rhythmen. Klanglich belässt er jede dieser Komponisten in ihrer Zeit. Mozarts Fantasie bleibt ein intim dialogisierendes Kunstwerk. Beethovens extrovertierte Sätze überzeugen durch ein jeweils besonderes Charakteristikum: der langsame Satz klingt wie ein Lied ohne Worte, das Menuett mutiert zu einem etwas rustikaleren Tanz und das Abschluss-Presto gleicht einer rauschenden Energieexplosion.
Bei Schuberts Wanderer-Fantasie vermeidet der Pianist jeden Anflug von falscher Gefühligkeit und schildert Schubert als einen Suchenden, der melodiöse Liedklänge und drängendes Fugato vereint.
Chopins Fantasie stellt Mursky als eine äußerst abwechslungsreiche Folge von formal auskomponierten Elementen und freizügigen Improvisationen dar. Bei seinen Interpretationen überzeugt vor allem die Maßgabe, die Serkin seinen Meisterschülern vermitteln wollte. Seine Kantilenen sind sehr kantabel artikuliert und nehmen durch leuchtende Klarheit für sich ein. Darüber hinaus werden begleitende Akkorde, wie etwa bei Schubert, nicht einfach nacheinander gespielt, sondern man entdeckt als Hörer viele sonst verborgen bleibende Gesangslinien, die die Musik unendlich viel sprechender machen. Bei Liszts faszinierendem Opernbösewicht bleibt kein Auge trocken, die Virtuosität sublimiert die Noten in schillerndes Kopfkino. Die Musik entfaltet einen unwiderstehlichen Sog, dem man sich gerne hingibt; Verlag Orpheon classiscs
Im Oktober 2025 - Besuch in Rachmaninows Privatvilla Senar
Sergei Rachmaninow galt als einer der besten Pianisten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und ist einer der bedeutendsten Komponisten an der Schwelle von Spätromantik und Moderne. Seine Kompositionen für Klavier und Orchester gelten als Musterbeispiel für die viel zitierte russische Seele, die es so in Reinform gar nicht gibt. Wie viele Exilrussen litt er unter Heimweh. Er ist mit seiner Familie anlässlich der kommunistischen Revolution 1917 über Schweden und Deutschland in die USA geflüchtet, wo er einer der erfolgreichsten Pianisten wurde und sehr viel Geld verdiente. Sein Heimweh, zumindest nach Europa, wollte er dadurch stillen, in dem er 1930 eines der schönsten Grundstücke am Vierwaldstättersee in der Schweiz erwarb. Er ließ sich dort eine großzügige Villa im Bauhausstil bauen. Dort konnte er in seinen Konzertpausen wenigstens Ruhe finden und Komponieren. Großartige Beispiele seiner emotionalen Kunst sind die Klavierkonzerte c-Moll und d-Moll, die Sinfonischen Tänze und das legendäre cis-Moll-Prélude. Das c-Moll-Klavierkonzert schaffte es sogar in einen Film von Billy Wilder mit Marylin Monroe.
Foto: Ilya Shmukler am Klavier und Dr. Ulrich Köppen, Foto: Karl-Friedrich Gärtner
Diese großzügige Villa gehört heute dem Kanton Luzern und ist ein Ort vielfältiger kultureller Aktivitäten. Das internationale Pianistenfestival Böblingen ist schon seit vielen Jahren Partner des Concours Geza Anda. Diese Stiftung veranstaltet dort gelegentlich Konzerte mit Preisträgern, jetzt zuletzt mit dem Tschechen Marek Kozak und dem Gewinner des letzten Geza-Anda-Wettbewerbs Ilya Shmukler, der am 16. Januar in Böblingen gastiert.
Shmukler feiert zurzeit fulminante Erfolge und hat allein den nächsten sechs Monaten Konzerte in: Nürnberg, Hamburg, Hannover, Düsseldorf, Hiroshima, Winterthur, Friedrichshafen, Wien, Graz und Engelberg. Rachmaninow hatte zu seinem 60. Geburtstag einen Spezial-Steinway geschenkt bekommen. Er ist etwas länger als normale Flügel und verfügt über ein enormes Klangvolumen. Der 30-jährige russische Pianist überzeugte mit einer spektakulären aber auch präzisen Virtuosität und einer animierenden Musikalität. Das Publikum, bestehend aus 30 Personen in Rachmaninows ehemaligen Studiersalon, feierte ihn mit begeisterten Ovationen. Bei seinem Recital in Böblingen spielt er von Maurice Ravel "Miroirs", von Fanny Hensel Notturno in g-Moll, H. 337, von Clara Schumann Soirées musicales, op. 6, Notturno F-Dur, und von Robert Schumann die Symphonischen Etüden op. 13. Es ist eines seiner grandiosen Werke, die er für Solo-Klavier geschrieben hat. Sie bedeuten für den Pianisten erhebliche Anforderungen und begeistern durch großartige Poesie und mitreißend virtuosen Schwung. Rachmaninow erklingt in Böblingen natürlich auch und zwar am 6. Februar beim Konzert von Lilya Zilberstein. Sie spielt seine 13 Préludes op. 32.
Im September 2025 - Robert Neumann improvisierte im Beethovenhaus Bonn
Der Stuttgarter Pianist Robert Neumann hat seinen Status als Wunderkind längst hinter sich gebracht. Jetzt erarbeitet er sich eine international bedeutende Karriere als Pianist. Im April gab er sein erstes Solo-Recital in der Berliner Philharmonie. In Böblingen spielt er am 23. Januar bereits zum zweiten Mal. Jetzt wurde ihm die besondere Ehre zuteil, bei einer Ausstellungseröffnung im Bonner Beethovenhaus zu spielen. Anlass der Ausstellung war die Präsentation der Notenschrift vom vierten Satz aus Beethovens Streichquartett Opus 130. Er trägt den Titel Danza tedesca. Mit Beethovens Handschrift des vierten Satzes des Streichquartetts op. 130 konnte das Beethoven-Haus im Januar 2025 eine bedeutende Neuerwerbung entgegennehmen. Bis das Manuskript 200 Jahre nach seiner Niederschrift seinen endgültigen Platz fand, legte es einen langen Weg zurück. 1822 hatte Fürst Nikolaus Galitzin Beethoven um die Komposition von „un, deux ou trois Nouveaux Quatuors“ gebeten, deren Preis der Komponist selbst bestimmen durfte! Danach gehörte das Manuskript verschiedenen Musik-affinen Familien und Musikern, bis es jetzt von Nachfahren der mährischen Familie Petschek an das Bonner Beethovenhaus übergeben wurde. Die Sonderausstellung präsentiert nicht nur diese besondere Handschrift, sondern erzählt auch deren wechselhafte und spannende Geschichte: Verschlungene Pfade - Die lange Reise der Danza tedesca aus Beethovens Streichquartett op. 130. Zur Ausstellungseröffnung durfte Robert Neumann spielen. Nach Chopins Trois Nouvelles Études und Schumanns Appendix zu seinen Sinfonischen Etüden op. 13 gab es als besonderen Höhepunkt seine Improvisationen über Beethovens "Danza tedesca". Im grandiosen Schloss Babelsberg in Potsdam gab es kürzlich eine Uraufführung einer Komposition von Robert Neumann. Richard Putz, Percussion, spielte seine Fantasia slogata für Vibraphon für die linke Hand, denn der Musiker hatte sich vor einigen Monaten den linken Daumen ausgekugelt, was auf Italienisch slogata heißt.
Im Juli 2025 - Pianistin Lilya Zilberstein konzertiert erneut in Böblingen
Lilya Zilberstein und Sergej Rachmaninow sind überzeugende Kombinationen im internationalen Musikleben. Die russische Pianistin hat viele Konzerte und Tonaufnahmen mit Werken des russischen Komponisten realisiert, der große Teile seines Lebens in den USA verbracht hat. Dort macht er vor allem als Pianist eine finanziell sehr einträgliche Karriere. Zilberstein wurde über Nacht weltberühmt, als sie 1987 den ersten Preis beim Busoni-Wettbewerb in Bozen gewann.
Legendär ist die Aufnahme der Klavierkonzerte Nr. 2, c-Moll, und Nr. 3, d-Moll, mit den Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Claudio Abbado.
Die Musikkritiker loben vor allen ihren goldenen Ton, der eine Frage einer ausgefeilten Anschlagstechnik ist. Zilberstein wirkt seit einiger Zeit als Klavierprofessoren als Kollegin von Jan Jiracek von Arnim in Wien und hat bereits vor über 20 Jahren in Böblingen einen Klavierabend gegeben.
Dafür war sie extra aus Venedig nach Stuttgart geflogen, um beim internationalen Pianisten-Festival mitzuwirken. Auf dem Programm ihres umjubelten Konzertes standen natürlich auch Kompositionen von Sergei Rachmaninow. Auch vor vier Jahren besuchte sie das Pianistenfestival in Böblingen und war extra aus Wien angereist. Allerdings nicht um zu spielen, sondern um das Recital ihres Sohnes Anton Gerzenberg im Publikum zu verfolgen. Nach dem erfolgreichen Konzert ihres Sohnes traf man sich zum After-Concert in Böblingen. Dabei entstand auch das hier gezeigte Foto mit dem Leiter unseres Festivals, Ulrich Köppen, und Zilberstein. Vor einigen Monaten absolvierte sie eine große Tournee in Taiwan, China und Japan. Das romantische zweite Klavierkonzert von Rachmaninow spielte sie auch kürzlich auf der Piazza del Campo in der toskanischen Stadt Siena, zusammen mit dem italienischen Radiosinfonie-Orchester Turin. Seit einiger Zeit treten die Lilya Zilberstein und Martha Argerich als Klavierduo auf den Bühnen dieser Welt auf. „Zwei Pianistinnen mit großer Bühnenwirkung: Martha Argerich und Lilya Zilberstein gaben im Herkulessaal München ein dreistündiges Konzert. Keine Sekunde ist langweilig", schrieb die Süddeutsche Zeitung.
Jetzt kommt sie zum nächsten Pianisten-Festival am 6. Februar nach Böblingen, natürlich steht auch wieder ein großartiges Werk von Rachmaninow auf dem Programm, und zwar die 13 Préludes op.32. Außerdem erklingen von Sergej Tanejev Prélude und Fuge op.29, von Alexander Skrjabin 5 Préludes op.16 und die Sonata Nr.3 op.23. Auch sie wird dem Motto des kommenden Festivals gerecht und spielt von der russischen Komponisten Lera Auerbach: Aus 10 Träume für Klavier op. 45.
Im Juni 2025 - Der Böblinger Festivalleiter Dr. Ulrich Köppen knüpfte Künstler*innen-Kontakte für das Beethovenjahr
Seit vielen Jahren verbindet das Internationale Pianistenfestival Böblingen eine enge Kooperation mit dem renommierten Beethoven-Wettbewerb für Pianisten in Wien. Das Böblinger Festival gehört zu den wenigen, die im gedruckten Abendprogramm als Partner des Beethoven-Wettbewerbs ausdrücklich genannt werden. Die intensive Zusammenarbeit der beiden Institutionen pflegt der künstlerische Leiter des Böblinger Pianistenfestivals, Dr. Ulrich Köppen, persönlich. Bei der kürzlich über die Bühne gegangenen 17. Ausgabe des Wiener Beethoven-Wettbewerbs war Dr. Ulrich Köppen erneut zu Gast und knüpfte Künstler*innen-Kontakte für kommende Konzerte in Böblingen.
In Vorbereitung auf die Festivalausgabe im Beethovenjahr 2027 spielt die Verbindung zum Wiener Beethoven-Wettbewerb eine herausgehobene Rolle.
Dr. Ulrich Köppen: „Der Wiener Klavierprofessor Jan Jiracek von Arnim, der auch Direktor des Beethoven-Wettbewerbes ist, hatte bereits bei der zyklischen Aufführung aller 32 Beethoven-Sonaten in Böblingen mitgewirkt. Wir freuen uns, dass er zugesagt hat, zum Beethoven-Jubiläum wieder für ein Konzert nach Böblingen zu kommen.“ Auch der erste Preisträger des diesjährigen Wettbewerbs, der Amerikaner Derek Hartman, hinterließ einen großartigen Eindruck. Er interpretierte die Bagatellen op. 33 und die Sonaten op. 7, 101 und außerdem op. 57, auch bekannt als Apassionata. Beim Finalkonzert im Goldenen Saal war seine Interpretation des vierten Klavierkonzerts G-Dur op. 58, begleitet von den Wiener Sinfonikern unter Petr Popelka, ein veritabler Höhepunkt. Hartman gewann 30.000 Euro und einen modernen Bösendorfer-Flügel im Wert von 105.000 Euro. Auch mit ihm sei geplant, 2027 ein Konzert im Festivalprogramm durchzuführen, so Dr. Köppen weiter.
Ludwig van Beethoven starb 1827, und die Musikwelt wird 2027 sein 200. Todestag entsprechend gestalten. Nach Meinung vieler Musiker*innen und Musikwissenschaftler*innen gilt Beethoven als der bedeutendste Komponist der gesamten Musikgeschichte. Vor allem jene Komponistinnen und Komponisten, die mit oder nach ihm gelebt haben, empfanden seinen stets präsenten Schatten teilweise auch als belastend, etwa Johannes Brahms, der für seine erste Sinfonie 14 Jahre brauchte. Er schrieb: „Du hast keinen Begriff davon, wie es unsereinem zumute ist, wenn er immer so einen Riesen [gemeint ist Beethoven] hinter sich marschieren hört“.
Im positiven Sinne wirft Beethoven seinen Schatten also schon voraus auf das Internationale Pianistenfestival Böblingen 2027, das sich mit einem Sonderprogramm dem Werk Beethovens widmen wird. Zunächst jedoch steht die 28. Festivalausgabe im Frühjahr 2026 an. Zwischen dem 9. Januar und dem 6. Februar 2026 widmen sich fünf hochkarätige Klavierabende dann den virtuosen Lieblingsstücken ihrer Interpreten sowie den Werken von Komponistinnen. Das Programm wird im Herbst veröffentlicht.





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