Köppens Tastengeflüster begleitet Sie durch die faszinierende Welt der Klaviermusik – mit Einblicken hinter die Kulissen und Porträts herausragender Künstlerinnen und Künstler. Ob Klassikliebhaber, neugieriger Neuling oder passionierter Pianist – hier finden Sie Inspiration, Geschichten und Stimmen rund um das Festival.

Tauchen Sie ein in die Magie der Tasten – wir freuen uns auf Sie in Böblingen!

Im Februar 2026 - Russische Romantik beim Abschlusskonzert mit Lilya Zilberstein

Zum Abschluss des diesjährigen Internationalen Pianistenfestivals gastierte die weltweit gefeierte Pianistin Lilya Zilberstein. Sie kam am Donnerstag aus Wien und flog am Montag nach England, wo sie das dritte Prokofjew-Klavierkonzert spielen wird. Es war bereits der dritte Auftritt in Böblingen. Vor über 20 Jahren hat sie einen grandiosen Klavierabend gegeben. Vor fünf Jahren ist sie extra aus Wien nach Böblingen gekommen, um das Konzert ihres Sohnes Anton Gerzenberg zu verfolgen.
 
Kulturamtsleiter Sven Reisch: „Wir hatten bei den fünf Konzerten insgesamt 100.000 Zuhörer von denen 1000 Prozent Abonnenten waren. Wir können stolz darauf sein, dass wir aufgrund der gebotenen Qualität sehr viele treue Zuhörer haben, ob sie nun ihre Karten einzeln kaufen und das Abonnement bevorzugen."
 
Festivalleiter Ulrich Köppen: “Wir haben jedes Jahr ein wechselndes Motto, was insgesamt zu wenig Wiederholungen führt. Dieses Jahr konnten die Pianisten ihre virtuosen Lieblingsstücke selber auswählen, waren aber verpflichtet, ein oder zwei Werke von Komponistinnen zu spielen. Das empfanden nicht nur die Künstler/innen, sondern auch die Zuhörer/innen als eine farbige Variante im üblichen Konzertleben.“
 
Die russische Pianistin, die seit einigen Jahren Professorin in Wien ist, bot einen imposanten Streifzug durch die russische Spätromantik, sie spielte von Sergei Tanejev Prélude und Fuge op. 29, Alexander Skrjabin 5 Préludes op. 16, Sonata Nr. 3 op. 23, Lera Auerbach sechs Träume für Klavier op. 45 und von Sergej Rachmaninow 13 Préludes op. 32.
Das Publikum feierte sie mit tosendem Applaus und etlichen Bravorufen. Sie beendete ihr Konzert mit einer legendären Zugabe von Sergei Rachmaninow, der wunderschönen Vocalise in der Fassung für Soloklavier, die ursprünglich für Stimme und Klavierbegleitung komponiert wurde.
 
Vorausgegangen waren Konzerte, die ebenfalls das Publikum zu Begeisterungsstürmen veranlassten. Zu Beginn spielte ein Ensemble aus zwei Schlagzeugern und zwei Pianisten, unter der Leitung von Albrecht Volz, unter anderem von Bela Bartok die mitreißende Sonate für zwei Klaviere und Schlagzeug. Dann gastierte der Gewinner des letzten Geza Andae Wettbewerbs, Ilya Shmukler, mit Werken von Maurice Ravel, Clara und Robert Schumann sowie Fanny Hensel. Beim Klavierabend mit Robert Neumann erlebten die Zuhörer zudem eine Uraufführung, nämlich seine Sonate Nr. 3 "Flammarum Chorus", außerdem spielte er Schuberts Wandererfantasie, Amy Beachs Ballade op. 6 und Chopins 12 Etüden op. 10.
Jacob Leuschner aus Detmold, wo er Leiter des Johannes Brahms-Wettbewerbes ist, überzeugte mit Brahms' Drei Intermezzi op. 117, Beethovens Sonate Nr. 32 c-Moll op. 111, Fanny Hensels Andante cantabile Fis-Dur op. 6 Nr. 3 und Schuberts Sonate B-Dur D 960.
 
Köppen weiterhin: "Im kommenden Jahr feiert die ganze Musikwelt den 200. Todestag von Ludwig van Beethoven, die man getrost als bedeutendsten Komponisten der bisherigen Musikgeschichte bezeichnen kann. Auch in Böblingen gibt es Konzerte, die sich nicht zu verstecken brauchen. Es gastieren wieder hochkarätige Pianisten/innen, die eine besondere Beziehung zu Beethoven haben. Aber wir haben auch wieder zwei wunderschöne und spannende Programme in Planung, die ein bisschen abseits des Mainstreams liegen. Es gibt ein Kammerkonzert mit Evgenia Rubinova und dem Bläserquartett-Ensemble Breeze, die das Quintett für Klavier und vier Solobläser von Mozart spielen und sozusagen Beethovens Antwort darauf in der gleichen Besetzung. Dann kommt die Gewinnerin des internationalen Johannes Brahms-Wettbewerbs Detmold, Elisabeth Tsai, aus London nach Böblingen, die ein Trio mit zwei Musikern bildet und Beethovens zweite Sinfonie in seiner eigenen Fassung für Klaviertrio anbietet. Alle drei Werke sind wunderschön, voller attraktiver Klänge und Melodien und werden unverständlicherweise eher selten gespielt."
Neuigkeiten gibt es wie immer regelmäßig im Blog auf der Homepage des Pianistenfestivals.

Im Januar 2026 - Evgenia Rubinova wird Professorin am Leopold-Mozart-Institut in Augsburg

Pianistin Evgenia Rubinova, Foto@Hoffmann

Evgenia Rubinova hat neben ihrer Konzerttätigkeiten eine Professur für Klavier am Leopold Mozart College of Music an der Universität Augsburg angenommen. Wir gratulieren herzlich und freuen uns, dass sie ihre Kunst auch weiter an die junge Generation weitergibt. Zuvor hatte sie Meisterkurse auch schon in Böblingen gegeben. Als sie zum ersten Mal 2008 beim Böblinger Festival gastierte, war das Konzert wie die folgenden ausverkauft. Seitdem zählt Evgenia Rubinova zu den regelmäßigen Gästen und wird bei jedem ihrer Auftritte begeistert gefeiert.  Hervorgehoben seien einige Highlights, etwa die grandiose Interpretation von Beethovens extrem anspruchsvoller Hammerklaviersonate, den „Totentanz“ von Franz Liszt in der Fassung für Solo-Klavier oder die poetisch vielfältig schillernden 18 Klavierstücke Opus 72 von Peter Tschaikowsky, die sie auch auf CD aufnahm. Wolfram Goertz schrieb in der Rheinischen Post: „Diesen Zyklus setzen kaum Pianisten aufs Programm. Allerdings gibt es nun endlich eine Referenzaufnahme. Und was soll man sagen: Die Platte ist ein Gedicht. Makellos in der Brillanz, liebevoll in den Details, mit großem Atem, reifer Noblesse.“ Evgenia Rubinova wurde in Taschkent/Usbekistan geboren. Beim renommierten Klavierwettbewerb in Leeds, zu dessen Preisträgern zuvor auch Andras Schiff, Lars Vogt und Mitsuko Uchida zählten, wurde die Pianistin Evgenia Rubinova 2003 mit der Silbermedaille ausgezeichnet. Evgenia Rubinova musizierte mit zahlreichen renommierten Orchestern, darunter dem London Philharmonic Orchestra, dem Hallé Orchestra, dem Ensemble Orchestral de Paris, dem Wiener Kammerorchester, dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart und dem Gürzenich-Orchester Köln. Sie arbeitete mit Dirigenten wie Vladimir Jurowski, Mark Elder, Paolo Carignani, Karen Kamensek, Marcus Bosch und Michael Sanderling sowie mit Kammermusikpartnern wie Albrecht Mayer, Annelien van Wauwe, Sophie Dervaux und Maximilian Hornung. Auftritte führten sie bereits in die Wigmore Hall, die Queen Elisabeth Hall und die Royal Albert Hall in London, in die Berliner Philharmonie, die Elbphilharmonie und die Laeiszhalle Hamburg, die Liederhalle Stuttgart, die Kölner Philharmonie, auf das Schleswig-Holstein Musik Festival ferner nach Peking, New York, Washington, Chicago, Tokio, Paris und Zürich. Ihre CDs, die bei EMI, CAVi und Telos (u.a. Beethovens Hammerklaviersonate) erschienen, erhielten international beste Kritiken. Ihre 2024 bei genuin veröffentlichte CD „Tschaikowsky‘s Testament“  wurde von der Presse als neue Referenzaufnahme der 18 Klavierstücke op. 72 gefeiert.  

Im Dezember 2025 - Robert Neumann gewinnt Internationalen Deutschen Klavierpreises 2025

Im November 2025 - Eugène Murskys neue CD spiegelt sein Festivalprogramm wider

Im Oktober 2025 - Besuch in Rachmaninows Privatvilla Senar

Im September 2025 - Robert Neumann improvisierte im Beethovenhaus Bonn

Im Juli 2025 - Pianistin Lilya Zilberstein konzertiert erneut in Böblingen

Im Juni 2025 - Der Böblinger Festivalleiter Dr. Ulrich Köppen knüpfte Künstler*innen-Kontakte für das Beethovenjahr